Wird Grand Theft Auto VI das erste Videospiel mit einem Verkaufspreis von 100 Euro? Diese Frage beschäftigt Fans und Analysten seit Monaten. Nun sorgt eine Einschätzung aus erster Hand für Entwarnung: Rockstars ehemaliger Technical Director Obbe Vermeij hält einen solchen Preis für äußerst unwahrscheinlich.
100 Euro für GTA 6? Die Spekulationen halten sich hartnäckig
Bereits Anfang des Jahres machten Prognosen die Runde, wonach Rockstar Games mit GTA 6 erstmals die 100-Dollar- bzw. 100-Euro-Marke durchbrechen könnte. Die Argumentation dahinter: enorme Entwicklungsbudgets, ein außergewöhnlicher Produktionsaufwand und zuletzt eine weitere Verschiebung des Releases, die zusätzliche Kosten verursacht.
In der Community wuchs daher die Sorge, Rockstar könne versuchen, diese Mehrausgaben über einen deutlich höheren Einstiegspreis zu kompensieren.
Obbe Vermeij: Reichweite ist wichtiger als ein höherer Verkaufspreis
Geht es nach Obbe Vermeij, besteht dafür jedoch kein Anlass. Der ehemalige Rockstar-Mitarbeiter war zwischen 1995 und 2009 als Technical Director bei Rockstar North tätig und an Klassikern wie Grand Theft Auto III, Grand Theft Auto: Vice City und Grand Theft Auto: San Andreas beteiligt.
Im Gespräch mit GamesHub (via GamesRadar) erklärt Vermeij, warum Rockstar kaum auf einen Preisaufschlag setzen dürfte:
Rockstar wird eine Online-Komponente für GTA VI haben und sich sagen: Wir wollen die größtmögliche Spielerbasis.
Ein höherer Einstiegspreis würde potenzielle Käufer abschrecken – und genau das widerspricht laut Vermeij der langfristigen Strategie des Unternehmens.
GTA Online als wirtschaftliches Rückgrat
Statt kurzfristig zusätzliche 30 Dollar oder Euro pro Verkauf mitzunehmen, setzt Rockstar aus Sicht des Ex-Entwicklers auf ein bewährtes Modell: einen regulären Vollpreis zum Release und langfristige Monetarisierung über den Online-Part.
Konkret bedeutet das: Die eigentlichen Gewinne sollen – ähnlich wie bei GTA Online – über In-Game-Käufe, Updates und Services über Jahre hinweg generiert werden. Eine möglichst große Spielerbasis ist dafür essenziell.
GTA 6 als teuerstes Spiel aller Zeiten?
Trotzdem rechnet Vermeij damit, dass GTA 6 neue Rekorde aufstellen wird – allerdings bei den Entwicklungskosten. Seiner Einschätzung nach könnte es sich um das teuerste Unterhaltungsprodukt der Geschichte handeln.
Gleichzeitig stellt er eine interessante These auf: GTA 6 könnte auch das letzte Spiel dieser Größenordnung sein.
KI als Wendepunkt der Spieleentwicklung
Der Grund dafür liegt in der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Vermeij geht davon aus, dass KI und prozedurale Systeme künftig einen Großteil der repetitiven Arbeiten übernehmen werden, die aktuell noch enorme Kosten verursachen.
Nach seiner Einschätzung entfallen rund 70 Prozent der Entwicklungskosten eines Spiels auf künstlerische Arbeit – etwa Asset-Erstellung, Animationen oder Motion-Capture-Aufnahmen für große Menschengruppen. Genau hier sieht er enormes Einsparpotenzial durch KI-gestützte Prozesse.
Auch aufwendige Zwischensequenzen könnten künftig günstiger produziert werden, ohne Qualitätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen.
Fazit
Ein 100-Euro-Preisschild für GTA 6 hält Obbe Vermeij für wenig realistisch. Stattdessen dürfte Rockstar auf maximale Reichweite setzen und den Titel zum regulären Vollpreis veröffentlichen – mit langfristigen Einnahmen über den Online-Modus.
Erscheinen soll Grand Theft Auto VI nach aktueller Planung am 19. November 2026 für PlayStation 5 sowie Xbox Series X und Xbox Series S. Der finale Verkaufspreis bleibt offiziell weiterhin offen.